Immobilienmarkt 2026: Daniele Biagi über Preise, Zinsen und langfristige Strategien

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Immobilienmarkt mit Bodenhaftung

Ein Gespräch zwischen Mario Viggiani, Gründer von bausparen.pro, und Daniele Biagi, Immobilienexperte

Der Immobilienmarkt ist gerade kein Ort für große Parolen. Eher einer für vernünftige Entscheidungen. Genau darüber sprechen Mario Viggiani, Gründer von bausparen.pro, und Daniele Biagi, seit vielen Jahren im Vertrieb unterwegs. Kein Hochglanz. Keine Crash-Rhetorik. Sondern Einordnung, Zahlen und Erfahrung aus der Praxis.


Karlsruhe, Zinsen, Strategie: Daniele Biagi über Immobilien mit Substanz.



„Der Markt liegt eher am Boden als vor einer großen Krise“

Mario Viggiani:
Daniele, viele reden vom Kollaps. Andere vom nächsten Boom. Wie siehst du den Markt aktuell?

Daniele Biagi:
Weder noch. Wir sind aktuell näher am Boden als am Beginn einer großen Krise. Aber auch noch nicht im Aufschwung.
Was man sieht: Preise sind vielerorts korrigiert, Transaktionen dauern länger, Käufer sind vorsichtiger. Das ist kein Drama, sondern eher eine Normalisierung nach Jahren, in denen vieles zu schnell ging.

Antizyklisch zu kaufen kann absolut Sinn ergeben. Aber nur, wenn Preis, Lage und Finanzierung zusammenpassen. Gefährlich wird es dann, wenn jemand auf schnelle Gewinne spekuliert oder sich finanziell übernimmt. Immobilien verzeihen keine Ungeduld.


Karlsruhe bis 2030: Weniger Angebot, stabile Nachfrage

Mario:
Du beobachtest den Markt regional sehr genau. Wie schätzt du die Entwicklung in Karlsruhe ein?

Daniele:
Bis 2030 wird Wohnraum in Karlsruhe sehr wahrscheinlich knapper und teurer. Der Grund ist simpel: Es wird zu wenig gebaut, während die Nachfrage hoch bleibt. Universität, Technologie, Arbeitsplätze. Das zieht Menschen an.

Wer heute sinnvoll kauft oder baut, kann langfristig profitieren. Wer komplett abwartet, könnte später nur noch zu deutlich höheren Preisen oder schlechteren Bedingungen einsteigen.
Wichtig ist dabei immer: Nicht irgendwas kaufen. Sondern gut gelegen, realistisch kalkuliert und langfristig gedacht. Eine mittelmäßige Immobilie zum falschen Preis bleibt auch in zehn Jahren mittelmäßig.


Hohe Zinsen heißen nicht lebenslang Miete

Mario:
Ein häufiger Satz aktuell: „Bei den Zinsen kann man Eigentum vergessen.“ Stimmt das?

Daniele:
Nein. Hohe Zinsen zwingen Käufer nicht automatisch in die lebenslange Miete.
Sie sorgen aber dafür, dass Kaufen wieder bewusster und langsamer passiert. Und das ist grundsätzlich nichts Schlechtes.

Wer ausreichend Eigenkapital hat, realistisch finanziert und langfristig plant, kann weiterhin Eigentum aufbauen. Schwieriger wird es für alle, die früher extrem knapp kalkuliert oder auf dauerhaft niedrige Zinsen spekuliert haben. Diese Phase ist vorbei.


Geduld schlägt Lautstärke

Mario:
Wer kommt deiner Meinung nach aktuell am besten durch diese Marktphase?

Daniele:
Am stärksten sind jene, die Geduld mit klarer Strategie verbinden.
Nicht die Lautesten. Nicht die mit den größten Prognosen. Sondern die Diszipliniertesten.

Das sind Käufer, die rechnen können, Angebote vergleichen, auch mal Nein sagen und nicht jedem Trend hinterherlaufen. Immobilien sind kein Sprint. Eher ein sehr langer, gleichmäßiger Lauf.


Immobilien als Vermögensstrategie, nicht als Spiel

Mario:
Letzte Frage, eher persönlich: Wenn du heute 30 wärst und Eigenkapital oder ein stabiles Einkommen hättest, was würdest du tun?

Daniele:
Ich würde weiterhin auf Immobilien als Kapitalanlage setzen. Ganz klar.
Nicht aus Nostalgie, sondern aus Logik.

Große Unternehmen wie McDonald’s haben schon vor Jahrzehnten verstanden, dass nicht das Produkt allein, sondern der Besitz von Immobilien der eigentliche Vermögenshebel ist.
Wer langfristig denkt, solide finanziert und strategisch kauft, nutzt Immobilien nicht zum Spekulieren, sondern zum systematischen Vermögensaufbau. Das funktioniert nicht über Nacht. Aber genau darin liegt die Stärke.


Persönliche Einordnung von Mario Viggiani

Was mir in Gesprächen wie diesem immer wieder auffällt: Der Markt ist nicht kaputt. Er ist nur ehrlicher geworden.
Finanzierungen brauchen wieder Substanz. Entscheidungen brauchen Zeit. Und genau das passt eigentlich gut zu Immobilien. Sie waren nie dafür gedacht, schnell und nebenbei zu funktionieren.


FAQ – Häufige Fragen zum Immobilienmarkt

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Immobilien zu kaufen?

Für manche ja, für andere nein. Wer Eigenkapital, Planungssicherheit und einen langen Atem hat, findet aktuell oft realistischere Preise und weniger Konkurrenz.

Fallen die Immobilienpreise weiter?

In einigen Lagen kann es noch leichte Korrekturen geben. In gefragten Regionen mit knapper Bautätigkeit sind starke Preisrückgänge eher unwahrscheinlich.

Lohnt sich Kaufen trotz hoher Zinsen?

Ja, wenn die Finanzierung sauber gerechnet ist. Der Zinssatz allein entscheidet nicht. Kaufpreis, Tilgung, Eigenkapital und Laufzeit sind mindestens genauso wichtig.

Sollte man lieber abwarten?

Abwarten kann sinnvoll sein, wenn die eigene Situation unsicher ist. Komplettes Nichtstun über Jahre kann aber teuer werden, besonders in Städten mit Wohnungsknappheit.

Sind Immobilien noch eine gute Kapitalanlage?

Für langfristig orientierte Anleger ja. Nicht als kurzfristiges Renditeprojekt, sondern als stabiler Baustein im Vermögensaufbau.


Schlusswort

Danke, Daniele, für deine Zeit und die offenen Einschätzungen. Genau diese ruhige, realistische Perspektive fehlt vielen Diskussionen rund um Immobilien aktuell. Ich freue mich schon jetzt auf zukünftige Gastbeiträge von dir.

Zur Person:

Daniele Biagi ist 47 Jahre alt, seit rund 20 Jahren im Vertrieb tätig und tief mit Karlsruhe verbunden. Er kennt den Markt nicht nur aus Zahlen, sondern aus täglicher Praxis. Neben Immobilien ist er gesellig, sportlich unterwegs und ein leidenschaftlicher Foodie, der gutes Essen genauso schätzt wie gute Lagen.
Mehr Einblicke und Inhalte von Daniele Biagi zum Thema Immobilien gibt es auf planetimmoinvest.de/ oder auf Instagram unter Planetimmo Invest.



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